Mit dem Rennrad über die Alpen

Die Lokalrunde

Heute haben Ingo und ich nochmal alles gegeben. Die Strategie einiger unserer Mitfahrer, die das Profil gut studiert hatten: die steilen 3 km nach dem neutralisierten Start so gut wie möglich hochkommen, um den Rest der Strecke mit und in der ersten Gruppe durchzurauschen (66km, 1100 hm).

Ingo hat’s fast geschafft. Ich nicht :-D. Es war einfach zu steil mit fast permanenten 15% Steigung. Hätte ich einen Pulsmesser dabeigehabt, hätte ich heute mit Sicherheit meinen Maximalpuls herausbekommen. Ich hab von Anfang an versucht, an der Drittplatzierten dranzubleiben und alles investiert, was die Beine noch hatten. In der Mitte des Anstiegs musste ich abreißen lassen und bin laut keuchend oben angekommen – wo ich mich mit z.T. alten Bekannten zu einer 8-köpfigen Gruppe zusammenfand. Das Ziel der Gruppe: wieder nach vorne ranfahren, also Vollgas. Mein Ziel: in der Gruppe bestehen bleiben! Auch da hab ich wieder so viel investiert, dass ich die Serpentine nicht früh genug gesehen hab und das erste Mal erfahren musste wie es sich anfühlt, auf einem Rennrad zu schwimmen. Nur ganz knapp hab ich meinen Vordermann verfehlt, der sich schon in die Kurve lehnte… kann ein Maximalpuls noch explodieren? Um den Anschluss an meine Gruppe wieder zu finden investierte ich wieder alles was ging; nur um 1 km weiter auf die gesamte erste Gruppe zu stoßen – die vor einer geschlossenen Bahnschranke in der Sonne auf die Bahn wartete! Manche pinkelten. Also bekam ich eine „zweite Chance“, aber am nächsten längeren Anstieg musste ich abreißen lassen, die Beine hatten zu wenig Saft, egal welche Trittfrequenz ich einlegte. Zu dritt fuhren wir der ersten Gruppe hinterher, durch welliges Gelände, so schnell wir drei halt noch konnten. Die letzten Kilometer waren wir dann zu sechst, wobei zwei Fahrer deutlich mehr Reserve hatten als der Rest von uns. Trotzdem gab ich nochmal Gas, nachdem einer vorne rausgefahren war, wurde von einem anderen an den ersten rangefahren und mobilisierte die wenige Kraft, die noch da war. Das Ergebnis: Platz 4 der Damen und 3 meiner Altersklasse – täglich grüßt das Murmeltier!

Ingo wurde 12.! Und wär wohl noch ein bisschen weiter vorn gelandet, wenn er sich nicht aus dem Zielsprint versucht hätte rauszuhalten; aber er hatte den richtigen Riecher, denn auf den letzten 2 km gab es nochmal 3 Stürze, die aber alle „nur“ einen ordentlichen Materialschaden mit sich brachten.

Mittags, beim Einlösen des Pizzagutscheins, den ich am Vortag gewonnen hatte, fing es an zu schütten wie aus Eimern.

 

Unser Fazit dieser Reise: eine tolle (und noch verbesserungsfähige) Veranstaltung, schöne Landschaft, nette Gemeinschaft und vor allem: eine prima Vorbereitung auf den Transalp!

A propos Transalp: in 5 Wochen geht es los, also speichert den Link in Euren Favoriten, falls er da nicht noch vom letzten Jahr ist :-)!

19.5.13 19:46

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Christine (20.5.13 10:35)
Félicitations pour ces excellents résultats!
Bravo à ma petite Céline pour ces récits pleins de suspense! Et à bientôt au Transalp!


Witek (27.5.13 10:50)
vielleicht habt ihr ja mal lust über eure technische ausrüstung zu posten? ich fände es auf jeden fall interessant, was an euren fahrrädern so dran ist und wozu man es braucht. und auch was ihr so organisatorisch für vorkehrungen trefft, zum beispiel wie ihr euch unterwegs mit essen/trinken versorgt ohne groß zeit zu verlieren. auf jeden fall viel spaß und viel erfolg in der weiteren tour!

liebe grüße,
witek

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