Mit dem Rennrad über die Alpen

Tag 1: Von Sonthofen nach St. Anton am Arlberg

Ingos Aufruf „Man hat mir noch nie eine Banane im Vorbeifahren gereicht!“ spricht wohl für sich: es war ein fast schon furioser Auftakt heute! Ich kann kaum glauben was der Tacho für eine Durchschnittsgeschwindigkeit anzeigt: 29…. Und ich sag vor’m Start noch zu Ingo: „Wir fahren heut KEIN Rennen, ok? Hauptsache durchkommen und auf den Schnupfen Rücksicht nehmen, sonst sind die nächsten Tage vielleicht gefährdet“…

Das muss wohl an unserem tollen Fanclub liegen, der uns heute morgen in Sonthofen auf die Reise geschickt hat – an dieser Stelle ein riesen Dankeschön an alle, die extra für uns so früh aufgestanden sind. Das war ein beflügelndes Gefühl, euch alle auch nochmal am Straßenrand zu sehen! Und danke Sebastian für das schnelle Bereitstellen der Bilder, u.a. vom ersten Teil des Fanclubs:

Bis nach Immenstadt war das Rennen neutralisiert. Den fliegenden Start haben wir gar nicht mitbekommen. Bis Oberstaufen haben wir einige „Plätze“ gut gemacht, da Ingo wie ein D-Zug reihenweise Radler überholt hat. Im Windschatten konnte ich mich gut halten, und meine Ohren waren seit Km 5 sowieso zu. Die kurze aber steile und kurvenreiche Abfahrt nach Weißach haben wir gut gemeistert; die meisten fuhren vernünftig, aber es gibt auch immer wieder die, bei denen es aussieht, als stürzten sie sich gleich kopfüber ins Nirvana. Und obwohl ich Ingo immer wieder mal bremsen musste („Zu schnell!" ) überholten wir in der langen Anfahrt zum Hochtannbergpass immer wieder kleine Grüppchen, ließen die Verpflegung aus und hielten auch nicht, zum Weste anziehen, als der Nieselregen kam. Ja, es hat leider geregnet, und die Straße war teils ganz nass. Aber es hielt sich noch in Grenzen, es hätte schlimmer kommen können (während ich schreibe gießt es hier immer mal wieder wie aus Eimern). Der Hochtannbergpass hatte ein paar steile Rampen, aber mit unserer Übersetzung von der Tour de Kärnten ging er gut zu fahren. Ich war ein bisschen sprachlos über die Leistungsfähigkeit meiner Beine, die wohl in der letzten Woche die optimale Erholung hatten… Ingos Angebote, mich „einzuhängen“ habe ich abgelehnt.

Kurz vor dem Flexenpass mussten wir an einer Baustelle halten und bestimmt 3 Minuten warten. „Was sind schon 3 Minuten“ mag der ein oder andere denken – naja, wenn einem das Ziel, besser als letztes Jahr platziert zu sein, im Hinterkopf spukt, dann sind 3 Minuten verdammt lang!

Der Arlbergpass war dann auch nicht mehr weit entfernt und als wir drüber waren zählte nur noch die sichere Abfahrt nach St. Anton. Ziel erreicht in 04:21:00 Fahrzeit. Wahnsinn. Dafür ist der Husten runter in die Bronchen gewandert und die Nase läuft immer noch. Was soll’s – was für ein super Auftakt!

Um 18 Uhr (jeden Tag) erwartet uns eine Massage, dann geht’s direkt zur Pasta Party.

Wie gewohnt anbei noch die technischen Details:

Fahrzeit: 04:21:00 Std. (übrigens bei 127 km lt. unseren Tachos)

Durchschnittgeschwindigkeit: 29,17

Max. Geschwindigkeit: 76,4 km/h

Durchschnittspuls Céline: 155

Durchschnittspuls Ingo: 150

Durchschnittsleistung Ingo: 234 Watt

23.6.13 17:38

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Tini (23.6.13 22:01)
Platz 16.!!! Ich gratuliere... da habt ihr euch ja sehr verbessert. Blöd nur, dass es geregnet hat. Emmi, Norbert und ich haben so die Daumen gedrückt, als wir nach unserer Verabschiedung im Burgcafé eingekehrt sind. Kompliment an den Fotografen - das sind sehr schöne Bilder. Da hat sich die lange Anreise (für uns) ja gelohnt ... Und dass morgen ein Tag Pause ist, ist ja super für deine Erkältung, Céline. Dann kannst du übermorgen wieder Vollgas geben. Und wenn es morgen um 8 Uhr Frühstück gibt, kannst du ja richtig ausschlafen :-D! Richtig geschockt bin ich allerdings vom Tod des Fahrers. Ich bin ehrlich gesagt total fassungslos und musste gleich Mama anrufen. Wir hatten vorhin noch darüber gesprochen, inwiefern die Fahrt auch gefährlich sein kann... Das ist wirklich tragisch und kaum vorstellbar, wenn man an all die freudigen und erwartungsvollen Gesichter heute morgen denkt :-(. Also - nicht zu ergeizig sein, ja? Ihr seid in jedem Fall meine Nummer 1!


Christine (23.6.13 22:11)
Tout d'abord mes félicitations à Céline et Ingo pour la 16ème place ce premier jour!Cet excellent résultat malgré le rhume et la toux de Céline est encourageant pour la suite du Transalp!C'est grandiose de les accompagner et les encourager "live"!Le départ de ces 1300 coureurs fut un moment plein d'émotions et le sourire de Céline et Ingo en passant devant nous une récompense d'être présents!


Arlberg / Website (24.6.13 10:21)
Super Leistung bei der 1.Ettappe nach St.Anton am Arlberg - zusätzliche GRATULATION bei dem Wetter...
Sehr ärgerlich finde ich die 3-Minuten Wartezeit in der Flexengallerie. Bei solch einem intern. Radrennen hätten sich die Organisatoren zusammen mit den Gemeinden Lech - St.Anton und dem Straßenbauamt eine rennsport-orientierte Lösung einfallen lassen können...
Ihr "strampelt" um Sekunden und eure Minuten werden verschenkt!
Doch nochmals - Hut ab vor der gestrigen Leistung von Sonnthofen nach St.Anton am Arlberg.
Viel Glück bei den weiteren Etappen!!! ;-)

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen