Mit dem Rennrad über die Alpen

Tag 6: Von Aprica nach Kaltern

„Höllenritt“ beschreibt wohl unsere heutige Fahrt am Besten! Durch eine Hölle sind wir tatsächlich gefahren: die lange Abfahrt vom ersten Berg war sooo saukalt (und nass), dass Ingo nicht nur sich sondern auch sein Rad zum Zittern gebracht hat! Sooo kalt, dass man sich nichts mehr gewünscht hat als den nächsten Anstieg! Und das an Tag 6 der Tour Transalp… verrückt :-).

Gestartet sind wir mit 18 neutralisierten Kilometern nur bergab. Da tun einem die Finger vom Bremsen weh! Es folgte ein längerer, aber nicht so steiler Anstieg, den wir in einer großen Gruppe mit einigen anderen Mixed-Teams zügig – als Team – hinauffuhren. Es wurde uns klar, dass die Beine gut mitspielten; leider kam dann mäßiger Regen dazu, der die Abfahrt wie gesagt einfach nur unglaublich kalt machte. Nach einem kurzen flachen Stück, durch das wir in einer großen Gruppe schier flogen, kam der Anstieg zum Brezer Joch. An dessen Fuße merkte ich, dass einige der Mixed-Teams schon mehr Kraft auf der Strecke gelassen hatten als wir und da ging bei mir der Turbo an :-). An dieser Stelle ist wohl Zeit, Ingos bislang geheim gehaltenes Ziel für diese Tour öffentlich zu machen: er wollte eine einstellige Tagesplatzierung. Die Gegebenheiten dafür waren also am Fuße des zweiten Anstiegs mehr als günstig und so stiefelten wir – mal ich bei Ingo eingehängt, aber auch viel alleine – den Berg hoch. Das wurde insofern belohnt, als dass wir tatsächlich ein paar „Kontrahenten“ distanzieren konnten. Trotz des Gedankens, „verfolgt“ zu werden, fuhren wir die Abfahrt mit Hirn runter und dann war der letzte Anstieg des Tages schon da. Und die Beine machten nach wie vor mit; kurbelten vorbei am zweitplatzierten Damenteam und drückten die letzten 3 fast flachen Kilometer zum Mendelpass hoch als hätten sie nicht gestern den Mortirolo, vorgestern das Stilfserjoch und noch so viele andere Berge vorher bezwungen. Ich glaube, diesmal trifft es wirklich zu: ich bin über mich hinausgewachsen :-). In der letzten Abfahrt holte uns noch ein Mixed-Team ein, aber wir waren zum Teil so in den Wolken eingehüllt, dass wir keine 30 Meter weit sehen konnten und deshalb kein Risiko eingehen wollten. Übrigens auch eine spannende Erfahrung: mit 40 km/h bergab ohne zu sehen, was unmittelbar vor einem kommt; weiterhin ein grades Stück? Oder eine 180-Grad Serpentine..?

Bei der Zeitnahme oberhalb des Zielortes Kaltern war uns dann klar, dass es eine Top-10-Platzierung sein müsste; da war dann das Gefühlskarussell des heutigen Tages perfekt! Es ist Platz 7 geworden… und Ingos Ziel erfüllt. Wir sind so stolz und zufrieden, dass wir uns schon wieder auf die morgige Etappe freuen und sie mit voller Gelassenheit angehen können; wenn die Beine mitmachen hauen wir wieder rein – wenn nicht, genießen wir das schöne Wetter (hoffentlich behält der Wetterbericht Recht!). Wir freuen auch sehr auf unser Empfangskomitee in Arco – da wird gefeiert, bis die Beine einbrechen ;-)!

Fahrzeit: 04:56:24 Std.

Durchschnittgeschwindigkeit: 28,2 km/h

Max. Geschwindigkeit Céline: 65,4 km/h

Durchschnittspuls Céline:  151

Durchschnittspuls Ingo: 143

Durchschnittliche Leistung Ingo: 252 Watt

28.6.13 21:53

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Andi (29.6.13 00:01)
Wahnsinn!Herzlichen Glückwunsch euch beiden!


Eiki (29.6.13 14:31)
7. Platz -- Wahnsinn! Glückwunsch an euch beide Lokomotiven!


Christine / Maman (29.6.13 15:39)
6. Etappe
Zum ersten Mal waren Luggi und ich beim Start leider nicht dabei und haben uns schnell auf den Weg nach Kaltern gemacht. Wir wollten Euch noch einmal beim Überfahren der Ziellinie fotografieren und filmen. Zum größten Teil sind wir Eure „Torturstrecke“ gefahren, allerdings nicht auf dem Sattel, sondern gemütlich im Auto! Wir haben schon vorgefühlt, was Euch wettermäßig erwartete: Nebel, Regen, Kälte! Zwischendurch waren es nur 4°C, also nicht das angekündigte Wetter! Die großartige Landschaft haben wir meistens nur erahnt, da uns der Nebel und die tiefen Wolken den Panoramablick vorenthielten!
Wir haben es gerade geschafft, die Sieger bei ihrer Ankunft zu erleben und haben uns drauf eingestellt, Euch eine knappe Stunde nach deren Ankunft in die Arme nehmen zu können, schließen jedoch keine neue Überraschung aus! Ca. 45 Minuten später Luggi schrie: „Sie sind es!“ Die Freude war bei uns wieder riesig, Euch strahlend an uns vorbeifahren zu sehen! Mein herzlicher Glückwunsch zu Eurem 7. Platz! Wahnsinn! Ihr seid so toll, unsere beiden „Champions“! Für morgen drücke ich Euch die Daumen, daß alles nach Eurer Planung bestens läuft! Für einmal in meinem Leben habe ich eine richtig gute Entscheidung getroffen und die heißt: Euch bei der Transalp live zu erleben!

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